Erlebnisbericht aus "Dini Gschicht - Eusi Stadt" : Alt und Jung auf Entdeckungsreise im Quartier26/7/2026
Ein vom Stadtmuseum initiiertes Projekt fand in der MoA und im Gönhardschulhaus nachhaltigen Anklang. Die unterschiedlichen Rundgänge in den Quartieren Torfeld Süd, Goldern und Gönhard führten zu Gesprächen zwischen den Generationen. Sie waren für alle Seiten gewinnbringend. Susanne Dul-Lüthi Das Wetter meinte es gut an diesem Morgen. Die motivierten Seniorinnen und Senioren trafen pünktlich im Gönhardschulhaus ein. Sie hatten sich freiwillig auf einen Aufruf der Mobilen Altersarbeit (MoA) gemeldet. Gemeinsam begaben sie sich ins Schulzimmer der 4a, wo sie schon erwartet wurden. Nach einer kurzen Einführung durch die Projektverantwortlichen des Stadtmuseums Schlössli, Julia Walther und Annette Rutsch, stellten sich die "Guides" vor. Sie übernahmen im Anschluss die Aufgabe, mit den Kindern die Quartiere Torfeld Süd, Goldern und Gönhard zu erkunden. Mit Karte und alten Ansichten aus den Quartieren galt es, die verschiedenen eingezeichneten Punkte zu finden. Seit Jahren im Gönhard zu Hause Auf dem Weg kam es bereits zu ersten interessanten Gesprächen zwischen Kindern und Senioren. Schnurstracks fand meine Gruppe mit Karte und historischem Bild das Haus am Gönhardweg und fotografierte die aktuelle Ansicht. Das Haus wurde nicht zufällig gewählt. Es ist die Wohnadresse von Peter Studer und seiner Frau Elisabeth. Die beiden begleiteten die sechs Kinder auf dem Rundgang. Studers Grossvater hatte das Haus 1912 gebaut, als das Gönhardquartier noch als "abgelegen" wahrgenommen wurde. Eine Schlittenfahrt auf dem Schlittenrain endete damals nicht abrupt vor der Strasse. Sie dauerte so lange, bis das Gefährt auf dem noch unbebauten Gebiet zum Stillstand kam. Weiter ging der Rundgang Richtung KEBA (Kunsteisbahn Aarau). Auf dem Foto waren Häuser zu sehen, die heute hinter dem Brügglifeld auf Suhrer Boden steht. Auch aus erhöhter Lage vom Steinigen Tisch aus versperrten Bauten und Bäume die Sicht auf die Einfamilienhausreihe. Aus dem Familienalbum Im Kuvert befand sich auch eine Aufnahme einer kleinen Familie auf dem Spaziergang. Klein Peter (Studer) sass auf einem Dreirad neben einem damals modernen Kinderwagen, der von seiner elegant gekleideten Mutter gestossen wurde. Diese Szene am Rand des Gönhardwaldes könnte man mit den richtigen Requisiten sicher nachstellen. Hoch hinaus in den Goldern Auf den letzten Bildern waren zwei der drei Hochhäuser an der General-Guisan-Strasse zu sehen, die seit über 60 Jahren markant in den Himmel ragen. Fleissig zählten die Kinder die Anzahl Stöcke, weil es eine Quizfrage zu beantworten galt. Sie kamen überein, dass es drei Blöcke gibt, die 16 Stöcke übersteigen. Nun ging es auf dem direkten Weg zurück ins Schulhaus. Die Karte brauchte niemand mehr. Im Schulzimmer angekommen, gab es für die richtige Zahl ein Weggli und ein Schoggistängeli und eine verlängerte Pause. Ungeschminkte Interviewfragen Nach der Pause stellten die Kinder ihren Begleitpersonen Fragen zu verschiedenen Themen, die sie sich selber ausgedacht hatten. Ich musste tief in meinen Erinnerungen graben. Gab es in der Schule Regeln? Welche Strafen waren üblich? Welche Sportarten wurden ausgeübt? War es einfach, Freunde zu gewinnen? Gab es Hausaufgaben? Professionell wurden meine Antworten notiert. Am Ende der Veranstaltung gab es nur zufriedene Gesichter. Die erwachsenen Teilnehmenden verabschiedeten sich von ihren jungen Interviewern, für die Kinder ging es in der Turnhalle weiter. Grosses Engagement von allen Seiten
Für das Projekt "Dini Gschicht – Eusi Stadt" brauche es gemäss Annette Rutsch vom Stadtmuseum Schlössli engagierte Menschen. Sie ist froh, dass sie bei der Klassenlehrerin Stephanie Hunziker und der MoA - Ansprechperson Alexandra Amstutz nicht auf taube Ohren gestossen ist mit ihrem Anliegen. Dank dem Engagement von Rolf Geiser und Claude Dubois von der MoA wurden im Quartier genügend ältere Menschen gefunden, die sich in dieses Projekt einbinden liessen. Julia Walther vom Stadtmuseum hatte die unterschiedlichen Quartierrundgänge zusammengestellt. Dank den alten Ansichten aus den Quartieren, kamen in allen Gruppen interessante Gespräche zustande. Dank den gut vorbereiteten Interviewfragen gelang es den Kindern, von ihrem älteren Gegenüber viel Wissenwertes aus "erster Hand" zu erfahren. Einige Anekdoten werden sie nicht so schnell vergessen. Kommentare sind geschlossen.
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